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Japanische Sammlungen

Seite eingerichtet: 1/12/05 Letzte Aktualisierung der Seite: 22/12/2008
Graf Otani in London 1901.

Die Otani-Forschungsreisen in Chinesisch-Turkestan

Die Otani-Expeditionen beziehen sich auf drei Reisen nach Zentralasien zwischen dem 16. August 1902 und dem 10. Juli 1914, die unter der Führung von Graf Kozui Otani (1876-1948), dem 22. Abt des Nishi Honganji Klosters in Kyoto, durchgeführt wurden. Das Ziel dieser Expeditionen bestand darin, buddhistische Ausgrabungsstätten zu erforschen und alte Manuskripte zu sammeln.

Während seines Studiums in London hatte Otani ganz Europa bereist und viele andere Forscher getroffen, darunter den Schweden Sven Hedin und den Hungaro-Briten Aurel Stein. Otani träumte davon, Zentralasien zu erforschen, und unter dem Einfluss dieser Persönlichkeiten entschloss er sich, seine eigene Expedition zu organisieren.

Da Chinesisch-Turkestan einst eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Buddhismus Richtung Osten gespielt hatte, war es Otanis Ziel, mit den Augen eines Buddhisten diese Region zu erforschen und Ausgrabungen durchzuführen und insbesondere alte Sutras zu finden.

Die Expeditionsmitglieder schrieben Tagebücher, und obwohl sich nicht zu allen archäologischen Objekten Eintragungen finden, sind doch die wichtigsten Ereignisse der Expedition vermerkt. Die Tagebücher und Expeditionsfotografien werden gemeinsam mit den gesammelten botanischen Stücken in der Ryukoku University Library aufbewahrt.

Erste Expedition (1902–1904)

Mitglieder der Otani Expedition.

Die erste Expedition begann mit Otanis Rückkehr von London nach Japan. Am 16. August 1902 verließ Otani London und reiste über Zentralasien nach Japan. Die fünf Teilnehmer trafen sich am 21. August in St. Petersburg in Russland und reisten über Baku, Samarkand, Andishan, Osh und den Terek-Pass und erreichten am 21. September Kashgar. Hier besprachen sie ihre Reisepläne mit dem britischen Gesandten, Lt. Col. Miles, und beschlossen, sich in eine indische (Otani, Inoue und Honda) und eine zentralasiatische Expeditionsgruppe(Watanabe und Hori) aufzuteilen.

Gemeinsam verließen die zwei Gruppen Kasgar am 27. September. Sie reisten nach Osten an die Südroute und erreichten Yarkand. Von hier aus ging es weiter südwestlich nach Tashkurgan. Am 14. Sptember trennten sich die beiden Gruppen und reisten weiter nach Süden bzw. nach Osten.

Das indische Team unter Otanis Führung reiste mit drei Pferden und siebzehn Kamelen. Sie überquerten den Mintaka-Pass, und kamen über Gilgit am 9. Oktober in Srinagar, der Hauptstadt Kaschmirs, an. Sie kehrten über Indien zurück.

Unterdessen kehrte die zentralasiatische Gruppe nach Yarkand zurück und bereiste die Südroute. Die Gruppe blieb mehr als 40 Tage in Khotan und grub alte Städte in diesem Gebiet aus. Am 2. Januar 1903 verließen die Teilnehmer Khotan und durchquerten die Taklamakan, um zur Nordroute zu gelangen. Sie besichtigten Aksu und Turfan und kamen am 20. Februar wieder in Kasgar an.

Bald brachen sie wieder auf und reisten über Maralbashi, Tumshuk, Aksu und Bai und kamen am 10. April im Gebiet von Kizil in der Nähe von Kucha an. Sie bleiben etwa vier Monate in Kucha und erforschten alte Stätten, wie das östliche und das westliche Subashi, die Höhlen in Kizil, die Höhlen in Kumtura und Duldur-okur. Da Khotan schon von Stein und Turfan durch die deutschen Expeditionen erkundet worden war, konzentrierte Otanis Gruppe sich auf das bisher noch unerforschte Gebiet von Kucha.

Danach kehrte die Gruppe über Turfan, Urumqi, Hami und Xi'an nach Hause zurück.

Zweite Expedition (1908–1909)

Die Otani-Expedition.

Die zwei Expeditionsmitglieder der zweiten Otani-Expedition brachen in Peking auf und reisten über die äußere Mongolei nach Urumqi. Sie erreichten Turfan am 15. November 1908. In Turfan gruben sie an den alten Stätten von Yarkhoto, Murtuk, Karakhoja und Toyuk. Die reisten weiter nach Kizil und erforschten buddhistische Höhlen in Kumtura und an anderen Orten, wo sie einige alte chinesische Dokumente fanden. Zwischen dem 25. Februar und dem 6. Mai 1909 führte Nomura Erkundungen rund um Kucha durch, und am 29. März fand er im Sand in den Höhlen von Kumtura eine Handschrift, die auf das Jahr 782 nach Chr. datiert wurde. Tachibana fand im Sand in der Nähe von Loulan eine Handschrift aus dem frühen 4. Jhd. n. Chr., die von Li Bo, dem Hauptverwalter der Westlichen Gebiete, verfasst worden war. Die Expedition entdeckte auch eine große Anzahl von Manuskriptfragmenten in den buddhistischen Höhlen in Toyuk.

Ihre Expeditionsroute:

Dritte Expedition (1910–1914)

Nachdem er gemeinsam mit Otani eine Erkundung der indischen buddhistischen Stätten durchgeführt hatte, kehrte Tachibana 1910 nach London zurück. Er erhielt jedoch Order, den 18jährigen Hobbs zu begleiten und verließ am 16. August London, um zur dritten Zentralasienexpedition aufzubrechen. Am 19. Oktober erreichte Tachibana Urumqi und reiste weiter nach Turfan. Von hier aus brach er mit Hobbs' Gepäck über die Südroute Richtung Kucha auf. Er durchquerte zunächst die Wüste Lop Nor und erreichte die Stadt Cherchen, dann durchquerte er die Wüste erneut Richtung Norden nach Kucha. Hobbs, der schon in Kucha angekommen war, erkrankte an Pocken und starb. Tachibana geleitete seine sterblichen Überreste zum Begräbnis nach Kashgar. Danach reiste er nach Khotan ab, wo er am 7. Mai 1911 ankam. Hier führte er gemeinsam mit Watanabe eine Erkundung durch.

Unterdessen erhielt Yoshikawa in Japan Order, sich der Expedition anzuschließen. Er wurde von Li Yuqing, dem chinesischen Koch aus Otanis Residenz, der Villa Niraku in Kobe, begleitet. Yoshikawas Gruppe erreichte am 5. Oktober Dunhuang und wartete auf Tachibana. Tachibana jedoch verspätete sich, und Yoshikawa nutzte die Zeit, um die buddhistischen Höhlen von Mogao in der Nähe von Dunhuang zu erforschen. Er machte Fotografien der Wandmalereien und der Buddha-Statuen und erwarb alte Handschriften. Nachdem Tachibana eingetroffen war, blieben die beiden Forscher vom 30. Januar bis zum 1. Februar in den Mogao-Höhlen und erwarben von Wang Yuanlu 369 Handschriften-Rollen für 400 Tael. Unter diesen Handschriften waren auch die von Yoshikawa separat erworbenen Manuskripte. Die Gruppe begab sich an die Nordroute und grub buddhistische Handschriftenfragmente in Toyuk aus, erwarb Grabsteine, Dokumente, die mit dem Verstorbenen begraben worden waren (Anstellungsurkunden, Begräbnisinventarlisten), wieder verwendetes Papier (Regierungsdokumente) und Textilien von Ausgrabungen auf den Friedhöfen in Astana und Gaochang. Nachdem Tachibana nach Japan zurückgekehrt war, reiste Yoshikawa in das Tianshan-Gebirge, um Pflanzensammlungen anzulegen. Am 5. Januar 1914 verließ er Urumqi Richtung Japan.

Sammlungen: Inhalt und Zugang

Die Otani-Expeditionen kehrten nach Japan mit einer Sammlung von alten Handschriften, Holzstücken, Wandmalereien, Skulpturen, Seidenmalereien, Textilien, Münzen, Siegeln, neun Mumien und archäologischen Dokumentationen zurück. Zuerst wurden die Funde nach Kyoto in das Nishi Honganji-Kloster gebracht, später aber in die Villa Niraki am Fuß des Berges Rokko in Kobe, wo sie auch geordnet wurden. Zur Kategorisierung, Ordnung und Verteilung der Sammlung vgl. Fujieda 1989, Kudara 1996 und Katayama 1999 (siehe untenstehende Bibliographie). Unten finden Sie einige der wichtigsten Stücke aus der Sammlung.

a) Chinesische Buddhistische Sutras

Die Otani-Expedition grub eine große Anzahl Sutras in den Überresten buddhistischer Klöster in Turfan und an anderen Orten aus. Unten finden Sie einige repräsentative Stücke aus dieser Sammlung.

b) Nicht-Chinesische Documente

Die zentralasiatischen Fundstätten bargen viele Dokumente in anderen Sprachen als Chinesisch, darunter auch buddhistische Sutras in Sanskrit in Brahmi-Schrift geschrieben, buddhistische Sutras und manichäische Dokumente in Sogdisch, Tibetisch, Tangutisch und Uigurisch. Unter den buddhistischen Arbeiten, die der Schule des Reinen Landes zugeordnet werden, befindet sich in der Sammlung eine uigurische Übersetzung des Kanmuryoujukyou Sutra (Buddhas Betrachtung des Unermesslichen Lebens).

c) Kunst und historisches Material

Unter diesem Aspekt war die dritte Expedition die bedeutendste. Die Forscher gruben alte Gräber in Astana und Gaochang aus, fanden neun Mumien und sammelten viele Grabbeigaben und alte Dokumente, die beim Begräbnis Verwendung fanden.

Als Graf Otani im Jahre 1914 die Verantwortung für einen Bestechungsskandal übernahm, musste er als Abt des Nishi Honganji-Klosters zurücktreten. In der Folge wurde es schwierig für ihn, seine Forschungsreisen in Zentralasien fortzusetzen, und die Sammlungen wurden nach China, Korea und Japan verteilt. Nach seinem Rücktritt ging Otani nach Shanghai und Lüshun in China. In dieser Zeit wurde ein Teil der Sammlung aus der Villa Niraku in Otanis Villa in Lüshun gebracht. Später wurden einige dieser Objekte wieder nach Japan zurücktransportiert. Die buddhistischen Sutras und Statuen, die in der Villa verblieben waren, wurden später in das Kantocho Museum (das heutige Lüshun Museum) gebracht. Im Jahr 1954 kamen 620 Stücke aus dieser Sammlung, einschließlich der Dunhuang-Manuskripte, in die Beijing Library (die heutige National Library of China), während die Fragmente buddhistischer Malereien in das Chinese Museum of History nach Peking gebracht wurden. Ein beträchtlicher Teil der Sammling blieb in der Villa Niraku in Kobe. Später wurde die Villa mitsamt der Sammlung an Fusanosuka Kuhara verkauft. Kuhara schenkte die Sammlung Terauchi Masatake, einem alten Freund, der damals Generalgouverneur von Korea war, und sie wurde in das Korean Government General Museum (heute das National Museum of Korea in Seoul) gebracht.

Außerdem wurden einige der Artefakte, Fotografien, Pflanzen und Mumien, die die japanischen Expeditionen mitgebracht hatten, Stück für Stück in private und öffentliche Sammlungen in Japan und im Ausland verkauft. Aus diesem Grund ist die japanische Sammlung im Gegensatz zu berühmten Sammlungen in anderen Ländern zu einem großen Teil aufgeteilt zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Sammlern. Darüberhinaus ist im Fall der japanischen Sammlungen die genaue Herkunft und Geschichte nicht immer klar. Die verschiedenen Eigentümer brachten ihren eigenen Stempel oder eine andere Markierung auf die Objekte auf oder bewahrten sie auf ganz individuelle Weise auf.

Hauptstandorte der Sammlungen Otani

Zentralasiatische Sammlungen in Japan

1. Ryukoku University

1.1 Die Otani-Sammlung in der Ryukoku University

Omiya Campus, Japan.

Ein Teil der Artefakte der Otani-Expeditionen, die in japanische und ausländische Sammlungen gekommen sind, befindet sich gegenwärtig in der Omiya Library des Akademischen Informationszentrums an der Ryukoku University.

Im Jahre 1949, ein Jahr, nachdem Graf Kozui Otani im Alter von 73 Jahren verstorben war, wurden zwei Holzkisten voll mit Artefakten in der Villa Niraku gefunden und der Universität geschenkt. Neben kostbaren Handschriften (Rollen, Bücher, einzelne Blätter und Holzstafeln) enthielten die Kisten gedruckte Dokumente, Seidenmalereien, Textilien, Pflanzenproben, Münzen und archäologische Dokumentationen. Diese 9.000 Fundstücke wurden unter der Bezeichnung 'Otani-Sammlung an der Ryukoku University' bekannt. Die Dunhuang- und Seidenstraßensammlung setzt sich aus vier Gruppen zusammen:

1.1.1. Chinesisches Material

Eines der Ziele der Otani-Expeditionen war es, buddhistische Handschriften zu sammeln. Deshalb waren die japanischen Forscher besonders an Grabungsstätten mit viel Handschriftenmaterial interessiert, wie zum Beispiel Kucha, Turfan und Dunhuang.

(a) Manuscript-Material

Die Dunhuang-Dokumente wurden während der dritten Otani-Expedition erworben, als Tachibana und Yoshikawa Dunhuang besichtigten. Obwohl bereits Stein (1907) und Pelliot (1908) eine große Anzahl von Handschriften gekauft hatten, konnte Tachibana immer noch mehr als 300 Stücke erwerben, darunter so bedeutende wie das Lotus-Sutra (5. Jhd.) und das erste Buch des Muryoujukyo-Sutra (6. Jhd.).

(b) Säkulare Dokumente

Unter dem Säkularmaterial befinden sich Dokumente über die Verwaltung von Ländereien (Fragmente, die sich auf die Übergabe, den Erwerb und die Rückgabe von Ländereien in Turfan beziehen) und wirtschaftliche Angelegenheiten (Oda 1984, 1990).

Zwei der bedeutendsten Stücke sind das bereits zuvor erwähnte 'Li Bo Dokument' und eine Rolle aus dem Jahr 718, die Yoshikawa während der dritten Expedition in Dunhuang erwarb und die ein Teil des Bencao jizhu xulu ist, oft der Vorläufer der chinesischen Arzneikunde genannt. Die Fragmente, die die Otani-Expeditionen bei den Begräbnisstätten in der Nähe von Turfan fanden, waren ursprünglich Verwaltungsdokumente, die weggeworfen worden waren und bei Begräbnissen wiederverwendet wurden.

1.1.2 Nicht-chinesisches Material

Die nicht in Chinesisch geschriebenen Texte setzen sich aus zwei Hauptgruppen zusammen: religiöse Dokumente (manichäische Schriftstücke, nestorianisch-christliche Texte) und säkulare Dokumente mit sozialem und wirtschaftlichem Inhalt (Verträge, Empfangsbestätigungen und Ausgabebelege, Briefwechsel). In den Sammlungen der Ryukoku University finden sich Texte in 15 verschiedenen Sprachen (darunter Sanskrit, Tocharisch, Sogdisch, Khotansakisch, Türkisch, Uigurisch, Tangutisch, Mongolisch und Tibetisch) in 13 unterschiedlichen Schriften (darunter Brahmi, Kharoshti, Sogdisch, Manichäisch und Uigurisch).

Repräsentative Fundstücke sind die Kharoshti-Holztafeln (gefunden in Turfan, ca. 5. Jhd.), Fragmente einer illustrierten uigurischen Kopie des Sudana Jataka (gefunden in Turfan, ca. 13.-14. Jhd.) und einer khotansakischen Kopie des Book of Zambasta in Brahmi-Schrift (gefunden in Turfan, ca. 8.-9. Jhd.) (Kudara_1996).

1.1.3 Grabbeigaben

Die Begräbnisstätten von Astana und Gaochang im Gebiet von Turfan bargen verschiedene Seidenmalereien, mit denen die Wände und die Decke der Gräber geschmückt wurden. Darunter fanden sich vier verschiedene Darstellungen von Fuxi und Nüwa. Yoshikawa erwarb alle während der dritten Expedition 1912.

1.1.4 Kunstobjekte, archäologische Dokumentationen, Pflanzenproben, Textilien

Die Kunstgegenstände in der Sammlung umfassen den Kopf einer Statue, Kacheln mit Buddha-Darstellungen und gestempelte Bilder.

1.1.5 Andere

Nishi Honganji Kloster

Zusätzlich zu dem oben erwähnten Material, das vom Nishi Honganji Kloster übergeben wurde, gibt es weitere Objekte, die Tachibana, Yoshikawa, Nomura und ihre Nachkommen der Sammlung schenkten. Es handelt sich um Expeditionsausrüstung, Forschungstagebücher, Notizen (Skizzen, Aquarelle, Karten), Briefe und Fotografien, die die Bedingungen während der Expeditionen dokumentieren.

Darüberhinaus befinden sich in der Ruykoku University und im National Ethnographic Museum ethnographische und andere Materialien, die während der Forschungsreise durch Indien und Tibet von Aoki Bunkyo und Tada Tokan gesammelt wurden. Diese Forschungsreise fand zeitgleich zu den zentralasiatischen Expeditionen statt.

1.2 Zugang zu den Sammlungen

Omiya Library
125–1 Daikutcho
Omiya Higashihairu
Shichijo-dori
Shimogyo-ku
Kyoto
Japan 600–8268

Webseite der Ryukoku University

Um Zugang zur Sammlung zu erhalten, werden die Nutzer um vorherige Anmeldung gebeten.

2. The National Museum, Tokyo

Das Tokyo National Museum umfasst vier Gebäude im Ueno-Park, der an der Stelle des alten Kaneiji-Tempels errichtet wurde. Das älteste Gebäude, das im Jahre 1909 fertiggestellt wurde, beherbergt eine architektonische Ausstellung. Das im Jahr 1937 fertiggestellte Hauptbegäude zeigt japanische Kunst. Das Treasure House (Schatzhaus) wurde 1964 für eine Sammlung von 319 Kunstobjekten aus dem 7. Jahrhundert, die aus dem Nara Horyuji-Tempel stammen, errichtet. Das vierte Gebäude wurde 1968 fertiggestellt. Heute werden darin asiatische Kunst, chinesische Kalligraphie und zentralasiatische Kunst gezeigt. Das Museum ist eines der drei Nationalmuseen (die beiden anderen befinden sich in Kyoto und Nara) und beherbergt etwa 88.000 Objekte.

Alle Fundstücke der Otani-Expeditionen wurden 1964 von der Japanese Society for the Preservation of Culture (Japanische Gesellschaft für die Bewahrung von Kultur) erworben und 1967 ins Tokyo National Museum gebracht. Die Sammlung besteht aus archäologischen Objekten, die an verschiedenen Stätten in Xinjiang ausgegraben wurden; aus chinesischen und uigurischen Handschriften und Holztafeln aus Turfan, Dunhuang und anderen Stätten; und aus Malereien aus Dunhuang und Turfan. Das Museum besitzt ebenfalls einige wenige Stücke aus einem Tauschabkommen mit dem Musée Guimet. Daneben gibt es verschiedene zentralasiatische Fundstücke aus anderen Quellen.

Lange Zeit wurde ein Teil der Sammlung aus der Villa Niraku im Imperial Gift Museum of Kyoto (dem heutigen National Museum of Kyoto) aufbewahrt, bevor es am Ende des Zweiten Weltkrieges zu Kimura Shinzo kam. Danach erwarb der Staat die Sammlung, und heute ist sie in der orientalischen Sammlung (Toyokan) im National Museum of Kyoto unterbegracht. Unter den Stücken befindet sich die Darstellung Buddhas, der das Gesetzt lehrt (aus Kizil), eines stehenden Bodhisattvas mit Sonnenschirm (aus Bäzäklik) und dem Kopf eines Bodhisattvas.

Zugang zu den Sammlungen

13–9 Ueno Park
Taito-ku
Tokyo 110–8712

Webseite des Tokyo National Museum

Ein Teil der Sammlung wird ständig in der Zentralasien-Galerie ausgestellt. Die Handschriften und Malereien sind nicht ständig zu sehen und können nach vorheriger Vereinbarung mit dem Kurator besichtigt werden.

3. The National Museum, Kyoto

Das Museum wurde 1897 als Kaiserliches Museum von Kyoto gegründet. Im Jahre 1900 wurde es in 'Kyoto Royal Museum' umbenannt und 1924 de Stadt Kyoto als 'Imperial Gift, Kyoto Museum' (Kaiserliches Geschenk) übergeben. Im Jahre 1952 wurde es unter seinem heutigen Namen Nationalmuseum.

Die Hauptausstellungshalle wurde 1895 nach einem Entwurf von Toguma Katayana erbaut. Die neue Ausstellungshalle wurde 1966 fertiggestellt. Die neue Halle beherbergt die ständigen Ausstellungen aus Japan und Ostasien, während Sonderausstellungen in der älteren Halle gezeigt werden. Es gibt eine ständige Ausstellung von Kalligraphien und buddhistischen Malereien. Das Museum besitzt eine Sammlung von über 4.000 Fundstücken und 6.000 weiteren Objekten aus Tempeln und aus anderer Herkunft.

Das Kyoto National Museum bewahrte seine Dunhuang- und Turfandokumente früher in den Matsumoto- und Moriya-Sammlungen auf. Erstere besteht aus 5 Stücken, die auf vier Rollen aufgebracht wurden und vermutlich aus der Gegend um Kucha stammen, und letztere umfasst 72 Manuskripte, die angeblich aus Dunhuang stammen.

Die Sammlung umfasst fünf Fragmente einer chinesischen Übersetzung des Lotus-Sutra, des Mahaprajnaparamita Upadesa, des Dazhidulun, des Dapin-Sutra und des Upasaka, die auf vier Rollen aufgebracht wurden.

Zugang zu den Sammlungen

527 Chayamachi
Higashiyama-ku
Kyoto 605–0931

Webseite des Kyoto National Museum

Die Manuskripte sind nicht ständig ausgestellt, können aber nach vorheriger schriftlicher Anmeldung eingesehen werden.

4. Gotoh Museum

Das Gotoh Museum wurde von Gotoh Keita (1882-1959), dem ehemaligen Vorsitzenden der Tokyu Corporation, gegründet. Seine private Sammlung prämoderner japanischer, chinesischer und koreanischer Kunst wurde 1960 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Museum zeigt Sonderausstellungen im Frühjahr und im Herbst, während die ständige Ausstellung während des restlichen Jahres gezeigt wird. Das Museum hat ebenfalls Räume für Teezeremonien und einen Garten.

Das Gotoh Museum besitzt etwa 20 Handschriften aus Dunhuang und anderen Fundorten an der Seidenstraße.

Zugang zu den Sammlungen

3–9–25 Kaminoge 3-Chome
Setagaya-ku
Tokyo 158–8510

Webseite des Gotoh Museum

Das Museum ist montags sowie an jedem nationalen Feiertag und dem Tag darauf geschlossen. Zu Jahresbeginn werden die Ausstellungsstücke gewechselt.

Öffnungszeiten: 10:00 bis 17:00 (für Ausstellungsbesucher 16:30).

Das Museum ist jeden Tag außer montags von 9:30 bis 16:30 geöffnet. Die Handschriften sind nicht ausgestellt; um sie zu sehen, bedarf es einer vorherigen schriftlichen Anfrage.

5. Horyuji Temple, Nara

Hier gibt es nur eine sehr kleine Sammlung von Handschriften, die nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

6. Kyushu University, Fukuoka

Es gibt eine kleine Sammlung von Handschriften in der Kyushu University Fukuoka.
Webseite der Kyushu University

7. Mitsui Bunko

Misui Bunko wurde 1916 gegründet, aber während des Zweiten Weltkrieges geschlossen und erst 1965 wiedereröffnet. Im Jahre 1985 übergab die Familie Mitsui dem Museum ein Geschenk, bei dem sich auch Dunhuang-Manuskripte befanden.

Mitsui Bunko hat eine Sammlung von 112 Stücken, viele davon Dunhuang-Handschriften, darunter etliche, die früher zur Sammlung von Zhang Guangjian, einem Beamten in der Provinz Gansu in China, gehörten.

Zugang zu den Sammlungen

5–16–1 Kamitakada
Nakano-ku
Tokyo

Webseite von Mitsui Bunko

Um Manuskripte einzusehen, die nicht ständig ausgestellt sind, wird um schriftliche Anmeldung gebeten.

8. Nakamura Shodo Museum, Tokyo

Ursprünglich war dies die Privatsammlung von Nakamura. Nachdem er jahrzehntelang chinesische Kalligraphien, besonders aus Dunhuang und Turfan, von chinesischen Beamten wie Wang Shunan gesammelt hatte, wandelte Herr Nakamura 1936 sein Haus in ein Museum um. Im Jahre 1995 schenkte die Familie Nakamura das Museum der Distriktsregierung.

Zugang zu den Sammlungen

2–10–4 Negishi
Taito-ku
Tokyo

Webseite des Nakamura Shodo Museum

9:30 bis 16:30 (letzter Einlass 16:00), Schließtage Montag und Neujahrsfeiertag.

9. National Diet Library

Die National Diet Library besitzt eine Sammlung von 48 Handschriften aus Dunhuang und anderen Orten an der Seidenstraße; die meisten gehörten ursprünglich zur Hamada-Sammlung und wurden durch den Inoue Bookshop erworben. 43 Handschriften sind in Chinesisch, zwei in Tangutisch und drei in Tibetisch. Die meisten Handschriften sind auf Mikrofilm verfügbar.

Zugang zu den Sammlungen

Rare Books Section, National Diet Library
10–1–1 Nagato-cho
Chiyoda-ku
Tokyo

Webseite der National Diet Library

Die National Diet Library ist offen für alle Wissenschaftler. Die Handschriften können auf Mikrofilm eingesehen werden, aber um die Originale einzusehen, muss eine Sondergenehmigung eingeholt werden. Der Zugang zu den Origianlen hängt darüberhinaus von deren Erhaltungszustand ab.

10. Neiraku Museum

74 Suimon-cho, Nara City

Das Neiraku Museum hat einige wenige Fragmente aus Dunhuang und Turfan, die zu einem großen Buch zusammengebunden wurden.

11. Otani University

Die Anfänge der Otani-University gehen zurück auf das Jahr 1665, als im Nishi Honganji-Tempel, dem Hauptsitz der Jodo Shin-Schule des japanischen Buddhismus, ein Priesterseminar gegründet wurde. Es wurde 1901 zu einer modernen Universität in Tokyo umorganisiert und 1911 nach Kyoto übertragen. Die Graduate School wurde zwischen 1953 und 1955 gegründet. Das Shin Buddhist Comprehensive Research Institute wurde 1981 eingerichtet. Die Universität hat 4.800 Studenten, und die Bibliothek besitzt über 600.000 Bände.

Die Universitätsbibliothek besitzt eine Sammlung von 38 Manuskripten aus Dunhuang, 34 davon aus der Otani-Sammlung, drei aus dem Besitz des früheren Univeritätspräsidenten und eines von einem Universitätsprofessor.

Zugang zu den Sammlungen

The Library
Koyama-kamifusa-cho
Kita-ku
Kyoto 603

Die Handschriften können nach vorheriger Absprache eingesehen werden.

12. Seikado Bunko

Seikado Bunko wurde 1892 gegründet mit dem Ziel, die kulturellen Identitäten Japans und der öslichen Länder zu bewahren, und als Antwort auf eine Verwestlichung während der Meiji-Restauration. Aus diesem Grund wurden alte Bücher und Artefakte aus China und Japan angekauft. Im Jahre 1907 erwarb die Institution die vollständige Sammlung eines Qing-Bibliophilen, die auch gedruckte Bücher aus der Song- und Yuan-Zeit enthielt. So wurde die Sammlung gegründet. Seikado Bunko wurde als gesetzliche Institution 1940 gegründet und wurde 1948 zeitweise in die National Library eingegliedert.

Seikado Bunko besitzt eine Sammlung von 8 Büchern mit Handschriften- und Dokumentenfragmenten aus Turfan und anderen Orten an der Seidenstraße. Sie wurden 1935 von einem chinesischen Buchhändler in Japan gekauft. Sieben der acht Bände haben früher vermutlich Liang Yushu, einem Beamten in Xinjiang, gehört.

Zugang zu den Sammlungen

Okamoto 2–23–1
Setagaya-ku
Tokyo 157

Webseite von Seikado Bunko

Universitätsstudenten und Wissenschaftler können mit einem Empfehlungsschreiben die Bibliothek nutzen. Eine Anmeldung muss vorher erfolgen.

13. Tenri Central Library

Die Errichtung der Tenri Library wurde 1925 geplant, und 1930 wurde der Bau fertiggestellt. Diese neue Zentralbibliothek beherbergt die Bibliotheken der Tenrikyo Buddhist Church und war ursprünglich für die Ausbildung von Missionaren in Übersee gedacht. Es gab darüberhinaus noch Forschungsmaterialien für Fakultätsmitglieder, und sie war auch als öffentliche Bibliothek für alle Leser gedacht.

Die Bibliothek besitzt 1.780.000 Bücher, Manuskripte und Dokumente, ein Drittel davon in westlichen Sprachen, der Rest in Japanisch und Chinesisch. Die Rare Books Collection (Sammlung seltener Bücher) umfasst 17.000 Stücke.

Die Tenri Library besitzt etwa 20 Rollen von Ausgrabungsstätten an der Seidenstraße, darunter die Zhang Daqian-Sammlung und ein Fragment, das im frühen 19. Jahrhundert in einem Stupa in Dunhuang ausgegraben wurde, wie die Postskriptvermerke zeigen. Die Manuskripte wurden von verschiedenen Quellen erworben und umfassen Stücke in Tibetisch, Tangutisch und Uigurisch. Daneben besitzt die Bibliothek eine Dunhuang- und eine Turfanmalerei aus den Otani-Expeditionen.

Zugang zu den Sammlungen

Somanouchi 1050
Tenri
Nara 632

Webseite der Tenri Central Library

Die Tenri Library ist eine öffentliche Bibliothek und steht jedem Leser ab 15 Jahren offen. Die Dunhuangsammlung jedoch ist eine geschlossene Sammlung und nur nach vorheriger schriftlicher Anfrage beim Bibliothekar einsehbar.

14. Toshodaiji Temple

Toshodai Temple, Nara City, Japan.

Der Toshodaiji-Tempel wurde durch den chinesischen Priester Ganjin im Jahre 759 angelegt. Er war der südchinesischen Chan (Zen)-Schule des Buddhismus geweiht. Mehr als 1200 Jahre lang galt er als Hauptsitz der Ritsu-shu-Schule in Japan. Ganjin war Mönch in Chang'an und Luoyang und widmete sich dem Studium des Ritsu im Buddhismus.

Im Toshodaiji-Tempel wird eine Sammlung von 27 Handschriften aus Dunhuang und anderen Orten an der Seidenstraße aufbewahrt. Im Jahr 1980 wurden der Chinese Buddhist Association drei Handschriften präsentiert.

Zugang zu den Sammlungen

13–46 Gojo-cho
Nara

15. Oriental Institute, Tokyo University

Das Institut für Orientalistik besitzt eine Sammlung von 11 Handschriften aus Dunhuang und anderen Orten an der Seidenstraße.

Zugang zu den Sammlungen

7–3–1 Hongo campus
Bunko-ku
Tokyo 113

Webseite der Tokyo University Oriental Library

Die Handschriften können nach vorheriger schriftlicher Anmeldung eingesehen werden.

Yurinkan, Kyoto, Japan.

16. Yurinkan

Das Yurikan wurde 1926 von Fujii Zensuke (1860-1934) als Privatmuseum eingerichtet. Er hatte eine Sammlung von chinesischen Artefakten und Handschriften, von Bronzen aus der Shang-Zeit bis zu Trachten aus der Qing-Periode, aber am bekanntesten ist seine Sammlung von Siegeln. Das Yurinkan besitzt eine Sammlung von über 100 Handschriften von der Seidenstraße. 60 von ihnen stammen ursprünglich aus der Sammlung von He Yansheng, einem Beamten aus der Qing-Zeit, der für den Transport der Handschriften von Dunhuang nach Peking verantwortlich war. Andere Dunhuang-Handschriften stammen aus anderen Quellen. Das Yurikan besitzt darüberhinaus 27 Handschriften, die nicht in Chinesisch geschrieben sind: 23 davon in Uigurisch, andere in Tibetisch, Mongolisch und Sanskrit.

Zugang zu den Sammlungen

Enshoji-cho 44
Okazaki
Sakyo-ku
Kyoto 606–8344

Das Museum ist an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 12.00 bis 15.00 Uhr geöffnet. Sechs Handschriften sind ausgestellt, fünf davon verglast und ein kleines Buch. Um nicht ausgestellte Handschriften einsehen zu können, ist eine vorherige schriftliche Anfrage erforderlich.

17. Other Collections

Weitere 14 Handschriften befinden sich in der Daitokyu Memorial Library in Tokyo, 11 im Orientalischen Institut der Universität von Tokyo, vier in der Otani-Universität. Darüberhinaus gibt es noch 44 Stücke aus den Otani-Sammlungen.

Auch in privaten Sammlungen befinden sich Handschriften. In der Sammlung von Kiyono Kenji, einem berühmten Sammler aus Kyoto in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, gibt es 40 Handschriften aus Dunhuang, die heute im Besitz seiner Nachfahren sind. Eine der größten Sammlungen in Japan ist noch immer versteckt. Die Haneda Memorial Hall in der Universität von Kyoto besitzt vom verstorbenen Professor Haneda gemachte Fotos von 700 Rollen aus Dunhuang, die im Besitz einer unbekannten Körperschaft in Osaka sind.

Sammlungen: In IDP

Im Jahre 2005 unterzeichnete IDP ein Kooperationsabkommen mit der Ryukoku University über die Einrichtung einer japanischen IDP-Webseite und eies Digitalisierungsstudios. Zu Beginn des Jahres 2006 ging die Seite online und die Digitalisierungsarbeiten begannen. Eine Übersicht über die einzelnen Sprachen finden Sie unten.

Number of Manuscripts by Language/Script on IDP in Japan as of 24/03/2017

Bibliographie

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